Junge Stauden und Gräser in Töpfen stehen zum Probestellen auf der frischen dunklen Erde des neu angelegten Beets

Schneewittchen in meinem Garten

Wenn du hier schon länger mitliest, dann weißt du: Nur weiße Blumen sind gute Blumen! Manchmal dürfen es auch ein paar Blaue sein, leichtes Rosa oder ein schönes Pink, aber Rot und Gelb zum Beispiel sind absolut tabu und auch die meisten anderen Farben.

Ich liebe einfach weiße Blüten! Die Gräfin von Zeppelin hat in ihrem Onlineshop ein „Beet“ angeboten und das hat mich dazu motiviert, auch noch ein Blumenbeet anzulegen.

Ein weißes Beet muss her

Schon einige Zeit hatte ich darüber nachgedacht, aus meiner kleinen Rasenfläche, gut 22 m² immerhin, ein kleines Blumenbeet abzustechen, von etwa 2 bis 3 m². Solch eine kleine Ecke, in der es unglaublich blüht. Ich stellte mir das sehr einfach vor.

Du hast im Laufe der Jahre vielleicht, wenn du hier schon länger mitliest, auch mitbekommen, dass ich verschiedene Versuche gemacht habe, bestimmte Blumen in meinen Blumentöpfen anzubauen. Das ist oft schiefgegangen. Wenn ich daran denke, dass meine Rosen wirklich klein und mickrig waren, obwohl es alles alte edle Rosen waren, dann macht mich das ein wenig traurig. Ich habe sie meiner Schwiegermutter gegeben und sie hat jetzt dort eine riesige Rosenwand, die wunderschön aussieht und wunderbar duftet. Ich gönne es ihr, aber ich wollte sie ja gerne auch in meinem Garten haben. Hat nicht funktioniert, ebenso wie andere Blumen. Der weiße Flieder ist bei meiner Mutter im Garten und der ist da fantastisch angewachsen.

Learnings: Auch wenn jemand sagt, dass eine Blume gut im Container angepflanzt werden kann, ist das nicht immer die richtige Lösung.
Ich wünschte mir also ein Blumenbeet, in dem ich einmal etwas pflanzen konnte und das dann Jahr für Jahr immer größer wurde. Also, zumindest im Rahmen bleibt, das bedeutet, möglichst keine tief wurzelnde Pflanze. Eben einfach ein paar Stauden, die im Sommer oder von Frühling bis Herbst einfach eine Sache machen, nämlich weiß zu blühen.

Das Schneewittchen-Beet der Gräfin von Zeppelin

Ich stöberte also durchs Internet auf der Suche nach Hinweisen und fand das sehr praktisch klingende Schneewittchen-Beet aus dem Angebot von der Gräfin von Zeppelin, die ja für ihre Iriszucht bekannt ist. Nun, die Iris ist so gar nicht mein Ding. Aber für Menschen wie mich hatte sie auch etwas im Angebot: ein Beet mit einer ganzen Menge an anderen Blumen, die ich mochte. Da konnte ich die eine Iris, die zum Paket gehörte, auch einfach mal einpflanzen. Immerhin hat sie doch eine wunderschöne Blüte.

Beet abstechen über der Tiefgarage

Aber vor dem Pflanzen war es absolut notwendig, noch eine ganze Menge unangenehme Dinge zu tun, die viel weniger Spaß machten, als Blumen auszusuchen und sie hinterher einzusetzen. Ich habe das Beet abgestochen. Das klingt furchtbar, aber genau so habe ich das gemacht. Ich habe mir dazu ein Arbeitsgerät gekauft, dann habe ich eine Kante aus Metall gesetzt, die sich mehr oder weniger gut einbauen ließ. Also war ich mit dem Gummihammer zu Gange, und fluchte ein bisschen dolle herum. Dann regnete es auch noch und das weichte den Boden zum Glück etwas auf. Aber unser Boden im Garten ist einfach eine Katastrophe. Unser Garten besteht nicht aus tiefem, fruchtbarem Erdreich, sondern aus einem etwa 40 cm tiefen aufgefüllten Betonbecken. Darunter befindet sich unsere Tiefgarage und direkt unter unserem Garten steht unser Auto.

Da wir bereits in den ersten Tagen eingezogen waren, nachdem das Haus fertiggestellt war, konnten wir das beobachten. Wir haben auch gesehen, dass alles Mögliche in diesem Betonbecken landete, um es zu füllen, um es dann mit einem komischen Granulat und ein bisschen Erde aufzufüllen. Darauf pflanzte man dann einen Rasen und eine Hecke, die Jahre benötigte, um anzuwachsen, und der Rasen war auch in den ersten Jahren sehr schwierig. Ich würde vermuten, dass der Boden einfach nicht genug Nährstoffe enthielt, und mittlerweile wissen wir es auch, denn wir haben Tests gemacht und immer mal wieder Erde aufgefüllt. Denn diese verschwindet immer wieder. Nur das als kleine Nebengeschichte, damit du weißt, warum in meinem Gärtchen manches anders ist. So habe ich immer nur Blumenkübel aufgestellt und in den vergangenen 24 Jahren so manche Pflanze kommen und gehen sehen.

Das sollte jetzt anders werden. Ich träumte nicht nur, ich ackerte in einem kleinen Blumenbeet herum. Zog alles glatt, entfernte den Rasen, Efeu und Unkraut und schüttete gut 180 Liter Blumenerde auf. Gut sollten sie es alle haben, die weißen Blumenschönheiten: Bauernjasmin, Pfingstrose, Duftnelken, Phlox, ein paar Gräser, weiße Iris und ein paar andere, die ich nicht kannte.

Frisch gelockertes Frühlingsbeet unter austreibenden Gehölzen, zwischen Efeu schieben sich Tulpenblätter aus der Erde

Das war die Ausgangssituation: Ein paar lieblos hingepflanzte Tulpen oder vielleicht auch verzweifelt, weil lieblos würde ich es eher nicht nennen, in der Hoffnung, dass es weiß blüht. Sie haben aber nicht geblüht.

Broschüre mit der Beetidee Schneewittchen für ein weißes Beet liegt auf dem Gartentisch, dahinter Gartenhandschuhe

Damit sollte es losgehen. Zur Motivation lag es schon mal auf dem Tisch. Grundsätzlich war der Frühling in Weiß aber schon im vollen Gange. Ich liebe diese großen „White Triumphator“-Tulpen. Ich muss unbedingt wieder rechtzeitig daran denken, sie zur Herbstpflanzung zu bestellen.

Weiß blüht es schon: Narzissen, Tulpen und Co.

Länglicher schwarzer Pflanzkübel mit fast schwarzen Tulpen, frischem Blattgrün und weißen Knospen vor hellgrüner Hecke

Hier sind auch noch einige der „schwarzen Tulpen“ im Kasten wiedergekommen. Ich liebe die sehr und ich pflanze jedes Jahr immer 20 Stück davon.

Den Kasten hatte ich im Jahr davor angeschafft, weil ich die Fläche hinter der Hecke, auf der der Rasen nie wuchs, gerne blühend sehen wollte. Funktioniert. Auch hier sind neben den schwarzen Tulpen selbstverständlich auch nur weiße Blüten erlaubt.

Ich muss sagen, wenn man die Lechuza-Kästen nicht alle auf einmal anschafft, dann hält sich die Investition in Grenzen. Aber es lohnt sich wirklich. Allerdings habe ich auf dem Granulat immer Erde obendrauf. Das habe ich in der Gärtnerei abgeschaut und auch nachgefragt. Sonst kaufst du dich ja dumm und dusselig an dem ganzen Granulat-Gedöns.

Guerilla-Gärtner im Anmarsch

Eine rote Tulpe blüht im schwarzen Pflanzkübel neben einem jungen Strauch, davor drei schwarze Laternen auf der Terrasse

Eine rote Tulpe! Erst stockte mir der Atem. Welche Guerilla-Gärtner hatten mir die denn untergejubelt?
Dann fiel mir nach wenigen Minuten ein, dass der Guerilla-Gärtner, der mich aufgesucht hatte, mein kleiner Neffe war. Er hatte mich im Rahmen einer Schulspendenaktion gefragt, ob ich ihm zehn Tulpenzwiebeln abkaufen würde. Klar! Wozu hat man denn Tanten?

Meine Schwägerin versicherte mir, dass die natürlich nicht farblich sortiert seien. Also kaufte ich ihm diese zehn Tulpenzwiebeln ab, die ich alle in diesen einen Topf pflanzte, weil ich natürlich wusste, dass da möglicherweise etwas Farbiges dabei war, und dann sollte es bitteschön nur in diesem einen Topf bunt sein. Ja, und da war sie nun: die rote Tulpe, und es folgten noch eine gelbe und ein paar in Violett. Ich fand das ganz nett, aber das ist wirklich eine Ausnahme!

Rasen raus, Erde rein: Das Beet nimmt Form an

Orange-schwarzer Spaten lehnt am Gartenstuhl, daneben ein Pop-up-Gartensack mit gelben Griffen und junge Stauden in kleinen Töpfen

Puh, das war erledigt! Da warteten sie schon, die wunderbaren Pflanzen.

Es fällt mir schwer zu glauben, dass da einmal große weiße Blumen herauskommen werden. Es wird sicherlich ein paar Jahre dauern, aber zumindest haben wir die Grundlage dafür gelegt. Ich habe die Grundlage dafür gelegt. Das, was ich jetzt brauche, ist, glaube ich, na, wie heißt es noch? Ah, Geduld.

Kaffeepause für den Gardening Angel

Jetzt habe ich mir den Kaffee wirklich verdient. Ich liebe diese Becher, die wir mal aus unserem Großbritannien-Urlaub mitgebracht haben. Der eine Becher ist für den/die „Gardening-Angel“ und der andere für den „Lawn-Ranger“. Die zauberhafte Abdeckung hält den Kaffee aber auch wirklich warm.

Frisch bepflanztes Beet mit weißer Iris, jungen Stauden und dunkler Rasenkante vor einer grünen Hainbuchenhecke
Dichte Dolde cremeweißer Blütenknospen an einem Strauch mit frischen, gezähnten Blättern vor unscharfem Grün

Der Schneeball ist auch schon am Start. Na, dann kann es ja losgehen.

Ein paar Wochen später: Das weiße Beet blüht

Ein paar Wochen später ist es soweit. Zumindest die Iris liefert.

Einzelne weiße Iris mit zarten Knospen am hohen Stiel, dahinter dunkles Blattwerk und ein junger Baumstamm

Noch ein paar Tage später liefern fast alle mit und zeigen, was sie draufhaben. So schön.

Auch die anderen haben geliefert. Das sieht so schön aus. Die Arbeit hat sich gelohnt. Oder? Was denkst du?

Wie ist das bei dir? Hast du auch eine Leidenschaft für bestimmte Blüten? Schreib es mir gerne in die Kommentare. Ich freue mich, von dir zu lesen.

Sandra Dirks – Grußformel am Schluss des Artikels

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